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Existenzgründungsinitiative Emsland EXEL

Existenzgründungsinitiative Emsland EXEL

Gründerinnen, Gründer und diejenigen, die es werden wollen, finden im Landkreis Emsland jede Menge Anlaufstellen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten.

Zusammengeschlossen haben sie sich in der Existenzgründungsinitiative Emsland, kurz EXEL. Im Rahmen der Gründerwoche bieten deren Akteure ein besonderes Highlight an.

Porträt von Mechthild Gerling

Interview mit Mechthild Gerling, Projektleiterin bei der Emsland GmbH, Initiatorin und Federführung bei der Existenzgründungsinitiative Emsland.

Frau Gerling, welche Schwerpunkte setzt Ihre Initiative beim Thema Existenzgründung?

Gerling: EXEL, die Existenzgründungsinitiative Emsland, ist ein Netzwerk von Institutionen im Landkreis Emsland, das zum Thema Gründung informiert. Da der Landkreis Emsland mit 2.800 Quadratkilometern sehr groß ist, haben wir gesagt, dass es viele in der Region verteilte Anlaufstellen geben muss. Diese Anlaufstellen sind unter dem Dach von EXEL zusammengefasst. Dazu gehören neben uns als Emsland GmbH – wir sind eine Tochtergesellschaft des Landkreises Emsland – die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer, die Arbeitsagenturen sowie die Sparkasse, Volksbank und die NBank. Die Hochschule Osnabrück beteiligt sich ebenso wie die Stadt Lingen als größte Stadt im Emsland. Hinzu kommen weitere Bildungseinrichtungen sowie Gründerzentren. Alle diese Anlaufstellen bieten Informations-, Beratungs-, Qualifizierungs- und Förderangebote zu verschiedenen Schwerpunkten an. Daher hat EXEL die Aufgabe, dieses vielfältige Spektrum im Emsland transparent zu machen und zu koordinieren.

Wie hat sich die Unternehmenslandschaft in den letzten Jahren entwickelt? Welche Unternehmen prägen Ihre Region?

Gerling: Die Unternehmenslandschaft im Emsland ist geprägt durch viele kleine und mittelständische Betriebe. Es gibt hier rund 13.000 Unternehmen, und davon haben über 90 Prozent weniger als 50 Mitarbeiter. Die Anzahl der Unternehmen ist in den letzten 25 Jahren um 30 Prozent gestiegen. Insgesamt haben wir hier einen vielfältigen Branchenmix aus Industrie, Dienstleistung, Handwerk, Handel und Fremdenverkehr.

Und welche Branchen sind vorherrschend?

Gerling: Die wichtigsten Arbeitgeber und eine Schlüsselbranche sind die Betriebe des Metall- und Maschinenbaus. Das sind etwa 500 Betriebe. Darunter gibt es auch einige Großbetriebe in der Papiererzeugung und im Schiffbau – die Meyer Werft in Papenburg ist vielleicht ein Begriff. Aber Ernährungswirtschaft und Baugewerbe spielen in unserer Region auch eine wichtige Rolle.

EXEL macht die Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote im Emsland transparent, haben Sie gesagt. Wie genau sehen diese Angebote aus?

Gerling: Wir bieten regelmäßig Sprechtage an. Wenn wir uns mit unseren Mitgliedern zum Erfahrungsaustausch treffen, bieten wir Gründerinnen und Gründern an, einfach dazuzukommen. Das hat den Vorteil, dass für ein oder auch mehrere Einzelgespräche alle Spezialisten vor Ort sind. Außerdem erreichen wir unsere Zielgruppe über unsere Webseite und Printmedien sowie über gemeinsame Veranstaltungen.

Wie sieht es denn mit Gründungen aus?

Gerling: Wir haben eine Arbeitslosenquote, die gerade einmal bei drei Prozent liegt. Das bedeutet, wir haben im Emsland Vollbeschäftigung. Wenn man das mit den vergangenen Jahren vergleicht, dann sind die Zeiten hoher Arbeitslosigkeit einfach vorbei. Dementsprechend kommen natürlich weniger Gründerinnen und Gründer aus der Arbeitslosigkeit. Es gibt also weniger Notgründungen. Im Gegenteil: Die meisten, die uns zur Zeit aufsuchen, bringen in der Regel gute Voraussetzungen mit, um sich selbständig zu machen.

Gibt es bei den Gründungen bestimmte Schwerpunktbranchen?

Gerling: Nein. Die Gründungen spiegeln eher den Branchenmix wider, den wir hier haben. Bei den Dienstleistungen fällt allerdings auf, dass viele davon im sozialen Bereich angesiedelt sind, im Gesundheitswesen, persönliche Dienstleistungen eben. Dabei handelt es sich häufig um Existenzgründungen durch Frauen.

Hin und wieder haben wir auch innovative technologieorientierte Start-ups, die vor allem durch Ausgründungen aus der Hochschule in Osnabrück am Standort Lingen entstehen. Aber die Zahl ist nicht hoch.

Sie tun schon jede Menge für die Gründerinnen und Gründer im Emsland. Wo gibt es noch Lücken, die Sie schließen möchten?

Gerling: Wir setzen neben der persönlichen Beratung und Qualifizierung verstärkt auf die Netzwerkarbeit der Gründerinnen und Gründer. Dafür haben wir als Emsland GmbH bereits zwei Gründernetzwerke initiiert. Das ist einmal ELKONET, das Kommunikationsnetzwerk Emsländischer Unternehmen. Und NEU, das Netzwerk Emsländischer Unternehmerinnen. Beide Netzwerke sollen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern die Chance bieten, Gleichgesinnte aus ganz verschiedenen Branchen zu treffen. Damit erhalten sie die Möglichkeit, sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen, zu kooperieren, sich gegenseitig zu motivieren und auch Mut zu machen. Da geht es auch um die Zusammenarbeit mit den Schulen und der Hochschule. Und nicht zuletzt um das Thema Unternehmensnachfolge, das gerade hier im Emsland mit seiner klein- und mittelständisch geprägten Struktur eine sehr wichtige Rolle spielt.

Sie sind von Anfang an Partner der Gründerwoche. Warum?

Gerling: Weil uns das Konzept der Gründerwoche Deutschland sehr gut gefällt. Wir können dadurch unsere Öffentlichkeitsarbeit noch wirksamer gestalten, um zumindest eine regionale, am besten sogar eine bundesweite Öffentlichkeit zu erreichen. Beispielsweise bieten wir schon seit dem Jahr 2000 ein Highlight an: Einmal im Jahr findet für alle der EXEL-Gründertag abwechselnd in Meppen oder in Lingen statt. Den haben wir mittlerweile in die Gründerwoche gelegt.

Was geschieht an diesem Gründertag?

Gerling: Der Tag startet mit einem unterhaltsamen Eröffnungsvortrag, dann gibt es Beratungsmöglichkeiten durch die EXEL-Beraterinnen und -Berater oder durch externe Berater zu allen wichtigen Aspekten der Existenzgründung und Unternehmensführung. Im Mittelpunkt dieses Events stehen allerdings die Gründerinnen und Gründer selbst. Einige von ihnen berichten auf unserem Podium über ihre Erfahrungen mit der unternehmerischen Selbständigkeit. Dabei geben sie den anderen Besucherinnen und Besuchern ganz konkrete Tipps, was sie für einen erfolgreichen Start beachten sollten. Die Besucherzahlen lagen in den letzten Jahren immer zwischen 100 und 180. Insofern kann ich sagen, dass die Veranstaltung sehr gut ankommt.

Veranstaltung im Rahmen der Gründerwoche Deutschland 2015:

Bildrechte für alle Bilder: Emsland GmbH

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