Bremer ExistenzGründungsINitiative B.E.G.IN.

Die Bremer ExistenzGründungsINitiative B.E.G.IN unterstützt Gründerinnen, Gründer und junge Unternehmen im Land Bremen. In dem Zwei-Städte-Land, zu dem neben Bremen auch Bremerhaven zählt, haben sich vor über 19 Jahren 17 Partnerinstitutionen zusammengetan, um dem Gründer- und Unternehmergeist mit einem vielseitigen Beratungs-, Förder- und Finanzierungsangebot auf die Sprünge zu helfen. Neben den Kammern engagieren sich die kommunale Wirtschaftsförderung, die Agentur für Arbeit, die Bürgschaftsbank und Förderbank sowie eine Reihe von gründungsaffinen Vereinen und viele andere institutionelle Akteure in dem Netzwerk. Dabei laufen die Fäden in der Gründungsleitstelle zusammen, die vom RKW Bremen betreut wird.

Interview mit Harm Wurthmann, RKW Bremen GmbH / B.E.G.IN-Gründungsleitstelle

©RKW Bremen GmbH

Herr Wurthmann, welche Unternehmen prägen Bremen und Bremerhaven? Wie sieht die Unternehmenslandschaft aus?

Wurthmann: Bremen ist der fünftgrößte Industriestandort Deutschlands, in dem mehr als 23.000, überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen angesiedelt sind. Mit der Luft- und Raumfahrt, der maritimen Wirtschaft und der Logistik bis hin zum Automobilbau, der Stahl- und Lebensmittelindustrie gibt es auch große Player. Aber gerade die kleineren Unternehmen sind in den Bereichen unternehmensnahe Dienstleistungen, Handel, Handwerk und Tourismus stark vertreten und prägen das Unternehmensbild an einem kreativen, lebendigen und wachstumsstarken Standort, der Gründerinnen und Gründern natürlich viele Chancen bietet.

Womit wir schon beim eigentlichen Thema wären: Wie steht es um die Gründungsaktivitäten in den beiden Hansestädten?

Wurthmann: Obwohl wir Deutschlands kleinstes Bundesland sind, haben wir eine hohe Gründungsaktivität bezogen auf die erwerbsfähigen Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren. Viele Akteure, die sich mit Existenzgründerinnen und Existenzgründern befassen, haben sich hier im Netzwerk B.E.G.IN verzahnt. Das sorgt für kurze Wege und gut aufeinander abgestimmte und passgenaue Angebote für Ratsuchende.

Allerdings liegen wir, was die Gründungszahlen betrifft, zurzeit leider im bundesweiten Trend. Das heißt, insgesamt sind die Gründungen rückläufig. Aber es gibt auch Ausnahmen: Sehr ausgeprägt sind bei uns Gründungen in den freien Berufen, die vor allem im Dienstleistungsbereich tätig sind. An Bedeutung gewonnen haben innovative Startups und auch Gründungen im Nebenerwerb. Insgesamt ist der Informationsbedarf von Gründerinnen und Gründern unterschiedlich und die Bandbreite sehr groß. Daran knüpfen wir in unserem Netzwerk mit verschiedenen Veranstaltungen an. 

Sie haben sich im letzten Jahr an der Gründerwoche beteiligt. Was waren die Gründe dafür?

Wurthmann: Die Gründerwoche bietet eine tolle Möglichkeit, den Bremern und Bremerhavenern unsere Angebote und Themen in komprimierter Form zu zeigen. Unsere Gründerinnen und Gründer erfahren darüber zum Beispiel, was es an Veranstaltungen und Aktivitäten bei uns gibt und welche Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Und für die Akteure von B.E.G.IN bietet die Gründerwoche-Webseite jede Menge Impulse, wie man den Gründergeist noch weiter befördern kann. Man muss ja nicht immer alles neu erfinden, sondern kann sich auch an erfolgreichen Aktivitäten der Partnerorganisationen orientieren.

Was für Veranstaltungen haben Sie während der Gründerwoche angeboten?

Wurthmann: Wir haben in den letzten Jahren immer mehrere Veranstaltungen mit mehreren Partnerinnen und Partnern durchgeführt, die allesamt sehr gut ankamen. Darunter waren zum Beispiel große Veranstaltungen in Bremerhaven mit den Wirtschaftsjunioren und ein offenes Diskussionsforum zum Thema "Fehlerkultur" in Bremen.

Hat sich die Mühe gelohnt?

Wurthmann: Ja. Aufgrund der guten Erfahrungen wird es 2017 in Bremen und Bremerhaven verstärkte Aktivtäten in der Gründerwoche auch von privaten Akteuren aus dem Gründerökosystem geben. Die Veranstaltungen sind bei den Besuchern sehr gut angekommen. Dennoch ist die unternehmerische Selbständigkeit für viele Menschen noch keine selbstverständliche Perspektive. Wir werden daher auch zukünftig Aktionen durchführen, die Menschen für Unternehmergeist und Unternehmertum, unternehmerische Selbständigkeit sowie unternehmerisches Denken und Handeln sensibilisieren. Ich glaube, die Tatsache, dass die Gründerwoche in ganz Deutschland stattfindet und ein Teil der Global Entrepreneurship Week ist, die in fast 150 Ländern vertreten ist, gibt dem ganzen Thema Gründung noch einmal einen richtigen Schub.