Frauen in die Wirtschaft

Der Verein "Frauen in die Wirtschaft" hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Gründerinnen in Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere in Rostock den Start in die Selbständigkeit zu erleichtern.

Der Verein wird durch das Engagement von ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Gründungsakteurinnen getragen. "Frauen in die Wirtschaft" ist Mitglied im Gründungsnetzwerk der Stadt Rostock.

Interview mit Yvette Dinse, Präsidentin von Frauen in die Wirtschaft e.V. in Rostock

©Frauen in die Wirtschaft e.V.

Frau Dinse, welche Schwerpunkte setzt "Frauen in die Wirtschaft" beim Thema Existenzgründung?

Dinse: Wir wollen, dass Frauen ihren Weg in die Selbständigkeit finden. Darum begleiten wir sie in der Vorgründungsphase und bei der Gründung, aber auch in Zeiten der Unternehmensentwicklung und ebenso bei der Unternehmensnachfolge. Damit richten wir uns insbesondere an Frauen hier in Rostock und darüber hinaus in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Wie sieht es in Rostock insgesamt mit Gründungen aus?

Dinse: Wir haben hier ein Gründungsnetzwerk, das seit vielen Jahren sehr gut funktioniert. Es trägt dazu bei, dass alle Gründungsinteressierten einen guten Einstieg finden. Die Nachfrage nach Gründungsbegleitung und -unterstützung ist zwar im Verlauf der Jahre etwas zurückgegangen, weil auf dem Arbeitsmarkt wieder mehr Angebote zur Verfügung stehen. Nichtsdestotrotz können wir feststellen, dass gerade Frauen das Thema Existenzgründung nach wie vor für sich entdecken und auch die Informationsangebote unseres Vereins sehr gerne nutzen. Dabei haben sie die Möglichkeit zu wählen, ob sie Informationen und Beratung frauenspezifisch vermittelt bekommen möchten oder ob sie unsere Angebote in gemischten Gruppen nutzen wollen.

Wer gehört zu diesem Netzwerk der Gründungsakteure?

Dinse: Dazu gehören alle Partner, die hier in der Stadt in Sachen Gründung aktiv sind. Das sind die Kammern genauso wie die Arbeitsagentur oder das Jobcenter. Oder eben wir als Verein "Frauen in die Wirtschaft". Wir kooperieren auch mit Krankenkassen und Versicherungsträgern. Zudem sind wir weit über die Stadtgrenzen hinaus, im Land Mecklenburg-Vorpommern, bekannt. Zum einen, weil ich selbst auch als Regionalverantwortliche der bundesweiten gründerinnenagentur aktiv bin und zum anderen durch das Ressourcen Center Netzwerk.

Was hat es damit auf sich?

Dinse: Das Ressourcen Center Netzwerk ist ein Verbund selbständiger Frauen. Wir haben das seinerzeit auf den Weg gebracht, um Frauen zu motivieren, sich mehr zu vernetzen und geschäftliche Kooperationen zu entwickeln. Und zwar nicht nur in der Region, sondern landesweit in Mecklenburg-Vorpommern. Wir konnten sogar erreichen, dass hiesige Frauen Kooperationspartnerinnen im Ostseeraum gefunden haben, zum Beispiel in Schweden, Polen oder Litauen.

Kommen wir zur Gründerwoche: Warum beteiligen Sie sich daran?

Dinse: Weil wir damit eine gute Möglichkeit haben, unsere Informationen gezielt an gründungsinteressierte Frauen heranzutragen. Die Gründerwoche wird von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Damit werden wir sozusagen Teil eines großen Ganzen. Dabei entwickeln wir immer wieder neue Angebote. Wir haben zum Beispiel die Infothek, in der man über eine Art Staffellauf nachvollziehen kann, wie eine Gründung funktioniert. Welche Schritte muss ich gehen, wenn ich mich selbständig mache? Eine andere Veranstaltung findet im Existenzgründerinnenzentrum statt. Dort laden die Unternehmerinnen während der Gründerwoche zum Tag der offenen Tür ein.

Diese Angebote werden gerne angenommen. Von jungen Menschen genauso wie von Frauen, die sich neu orientieren wollen oder auch von Frauen mit Migrationshintergrund. Das ist ganz unterschiedlich.

Was planen Sie für die diesjährige Gründerwoche?

Dinse: Wir sind in diesem Jahr verstärkt mit dem Programm Social Business Women aktiv. Unser Verein gehört zu den fünf Kooperationspartnern, die dieses Programm bundesweit in den Regionen umsetzen. Ziel ist es, Frauen neue berufliche Perspektiven unter anderem durch eine Unternehmensgründung zu eröffnen. Dieses Programm basiert letztendlich auf Erfahrungen, die in Indien gemacht wurden. Schirmherr ist übrigens der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus. Social Business Women basiert auf seinem Ansatz, Armut bei Frauen durch soziales Wirtschaften zu vermindern.

Dabei geht es um Kleinkredite?

Dinse: Ja, bis zu sieben Frauen in einer Region können jeweils einen Kredit von bis zu 10.000 Euro bekommen, nachdem sie ihre Geschäftsidee vor einer Jury präsentiert haben. Außerdem erhalten diese Frauen über drei Jahre eine Gründungsbetreuung. Social Business Women ist eine gemeinsame Initiative der Accenture-Stiftung, KfW Stiftung, Sparkassenfinanzgruppe und der Stiftung Flughafen Frankfurt/Main. Über dieses Programm werden wir während der Gründerwoche intensiv informieren.

Treten Sie während der Gründerwoche auch als Rostocker Gründungsnetzwerk auf?

Dinse: Aber ja, in diesem Jahr veranstalten wir eine kleine Messe. Dabei werden wir alle Netzwerkpartner einladen, von den Kammern bis zu Versicherungsgesellschaften, so dass Besucher von Tisch zu Tisch gehen und den Gründungsweg praktisch ablaufen können. Wir stecken gerade in den Vorbereitungen und stimmen uns innerhalb des Gründungsnetzwerks noch darüber ab.

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