Gründerregion Allgäu

Zusammen mit den Netzwerkpartnern hat die Allgäu GmbH unter dem Dach der Gründerregion Allgäu über die letzten Jahre verschiedene Bausteine entwickelt, um Gründerinnen und Gründern den Weg in die Selbständigkeit zu erleichtern. Mehr als 65 Institutionen, Verbände und Einrichtungen sowie Existenzgründungsberater engagieren sich in dem Netzwerk. Darüber hinaus ist die Allgäu GmbH für das Tourismus- und Standortmanagement und das Marketing sowie das Management der Marke Allgäu zuständig. 

Interview mit Sabine Berthele, Projektleiterin Regionalmanagement, Allgäu GmbH

©Allgäu GmbH

Frau Berthele, im Netzwerk der Gründerregion Allgäu engagieren sich 65 Netzwerkpartner. Wer ist daran beteiligt?

Berthele: Dazu gehören alle gründungsrelevanten Institutionen, angefangen von den fünf Innovations- und Gründungszentren in Kempten, Sonthofen, Memmingen, Kaufbeuren und Wolfertschwenden über die Industrie- und Handelskammer Schwaben, die Handwerkskammer Schwaben oder auch die Arbeitsagentur. Auch die vier Landkreise und kreisfreien Städte im Allgäu gehören zu den Partnern der Gründerregion. Ein weiterer Netzwerkpartner ist zum Beispiel "Frau und Beruf". Und Existenzgründerinnen und -gründern in Dienstleistungsbranchen, auch in der Kreativwirtschaft, bietet die Gründervilla mit ihrem Co-Working-Space ein Zuhause. Somit haben wir eine große Vielfalt in unserem Netzwerk. Dadurch haben wir die Möglichkeit, Veranstaltungen wie zum Beispiel unsere Gründerstammtische immer wieder einem bestimmten Thema zuzuordnen.

Darüber hinaus binden wir auch Unternehmens- und Gründungsberater in unsere Aktivitäten mit ein. Da haben wir einen sehr offenen Ansatz gefunden, indem wir Gründungsberaterinnen und -berater zu Veranstaltungen einladen oder auch über die Landkreise ansprechen, ob sie als Multiplikatoren für die Gründerregion tätig werden möchten. Das heißt unsere Veranstaltungen – auch die im Rahmen der Gründerwoche – werden über diese Gründungsberater mitgestaltet und beworben. Von daher muss man ganz klar sagen, dass die über 20 Veranstaltungen, die wir im Rahmen der Gründerwoche anbieten, sicher nicht so vielfältig wären, wenn nicht so viele Netzwerkpartner aus dem Unternehmensbereich dabei wären.

Wie kann man sich die Wirtschaftsstruktur im Allgäu vorstellen?

Berthele: Der Maschinen- und Fahrzeugbau gehört zu den Leitbranchen im Allgäu, genauso wie die Lebensmittel- und Verpackungstechnologie. Und nicht zuletzt die Tourismus- und Freizeitwirtschaft, schließlich ist das Allgäu als Tourismusregion weltweit bekannt.

Werden in diesen etablierten Bereichen auch neue Unternehmen gegründet?

Berthele: Ja, im ländlichen Raum ist es wichtig, dass man Gründungen vor Ort initiiert. Natürlich können wir auf den Zuzug des einen oder anderen Unternehmens hoffen, aber meistens ist es doch so, dass unsere Gründer von heute die Unternehmer von morgen sind. Ein gutes Gründungsklima ist insofern ganz entscheidend für die weitere gute Entwicklung hier in der Region. Dabei sind wir mit den Gründer- und Innovationszentren sehr gut aufgestellt, so dass hier eine ganze Reihe angehender junger Unternehmen ihre ersten Gehversuche machen können. Dominierend ist hier ganz klar der Dienstleistungsbereich. Viel Zulauf haben aber auch die Kreativberufe. Die Hochschule Kempten und weitere Netzwerkpartner haben hier einen großen Beitrag geleistet. Was wir noch weiter forcieren möchten, sind technologieorientierte Gründungen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die "Unternehmensnachfolge". Unsere Region ist durch mittelständische Unternehmen geprägt, die ihre Nachfolge sichern müssen. Die Industrie- und Handelskamer und die Handwerkskammer betreuen daher den Nachfolgeprozesse und beraten sowohl Unternehmerinnen und Unternehmer als auch interessierte Nachfolgerinnen und Nachfolger.

Können Sie Beispiele nennen, wie die Gründerregion Allgäu Gründerinnen und Gründer vor Ort unterstützt?

Berthele: Wer sich hier in der Region beruflich selbständig machen möchte, bekommt zunächst Orientierungshilfe: online und offline. Zum einen haben wir eine Gründerbroschüre entwickelt, zum anderen bieten wir auf unserer Internetseite einen Wegweiser an. Beide informieren darüber, an wen man sich wenden kann, um sich auf seinen Unternehmensstart vorzubereiten.

Darüber hinaus bringen wir mit gezielten Aktionen die Netzwerkpartner mit den Gründerinnen und Gründern zusammen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass klare Themen und interessante Beispiele aus der Region wichtig sind und gut ankommen. Deshalb bieten wir zum Beispiel im ganzen Allgäu die Gründerstammtische an. Dabei stellen sich junge Unternehmerinnen und Unternehmer kurz vor und berichten vor einem gründungsinteressierten Publikum über ihre Erfolgsgeschichte - oder auch über ihre Misserfolge. Mit bis zu 50 Teilnehmern laufen die Gründerstammtische wirklich sehr gut, so dass wir sie jetzt in Kempten, Memmingen und Kaufbeuren als feste Veranstaltungsreihe etabliert haben.

Allgäuer Gründerwoche mit Verleihung des Allgäuer Gründerpreises 2016

Kommen wir zur Gründerwoche. Warum beteiligen Sie sich daran?

Berthele: Die Gründerregion Allgäu beteiligt sich schon zum sechsten Mal an der Gründerwoche. Ein wichtiger Grund ist, dass wir mit der Aktionswoche unser umfangreiches Netzwerk sehr gut nach außen darstellen können. Wir haben uns als Plattform und Bühne für Gründerinnen und Gründer etabliert und nutzen die Gründerwoche, um zu zeigen, wer eigentlich hinter der Gründerregion Allgäu steht. Ein großer Vorteil ist auch, dass durch die gemeinsamen Vorbereitungen auf die Gründerwoche die Kontakte innerhalb des Netzwerks noch enger werden. Das ist eine schöne Erfahrung und auch ein Lernprozess, weil man sieht, was gut und was nicht so gut läuft. Man kann auch wirklich neue Impulse setzen. Wir werden in diesem Jahr zum Beispiel alle Veranstaltungen klar charakterisieren, um den Gründerinnen und Gründern zu zeigen, welche Veranstaltung welchen Mehrwert bietet.

Bieten Sie während der Gründerwoche besondere Highlights an?

Berthele: Ja, das ist die Allgäuer Gründerbühne mit der Verleihung des 2. Allgäuer Gründerpreises. Im letzten Jahr lief das noch unter dem Namen Creative Stage. Die Veranstaltung findet auf dem Campus der Hochschule Kempten statt. Dabei präsentieren sich vier, fünf Gründerinnen und Gründer auf einer Bühne vor Unternehmern und Investoren. Die Veranstaltung haben wir während der Gründerwoche 2014 zum ersten Mal mit großem Erfolg durchgeführt. Außerdem geben wir der Gründerregion damit ein Gesicht und haben einen tollen Auftakt für die Aktionswoche, da wir die Gründerbühne am ersten Tag der Gründerwoche durchführen und auf die anderen Veranstaltungen hinweisen können.

Was all die anderen Veranstaltungen betrifft, werden wir in diesem Jahr das Angebot etwas entzerren. Wir hatten im letzten Jahr über 20 Veranstaltungen. Das war sehr viel für eine Woche. Deswegen haben wir diesmal einen längeren Zeitraum eingeplant: Wir werden dieselbe Anzahl an Info-Veranstaltungen, Netzwerkveranstaltungen, Seminaren, Workshops bis zu sechs Wochen vor und vier Wochen nach der Gründerwoche anbieten, um den Gründern die Möglichkeit zu geben, die Veranstaltungen besser wahrzunehmen.

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