Koordinierungsstelle "Frau und Wirtschaft"

Die Koordinierungsstelle "Frau und Wirtschaft" berät Frauen aus den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden zu allen Fragen der Existenzgründung.

Interview mit Kirstin von Blomberg, Projektleiterin der Koordinierungsstelle "Frau und Wirtschaft" im Wirtschaftsraum Weserbergland

Frau von Blomberg, welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Koordinierungsstelle "Frau und Wirtschaft"?

von Blomberg: Die Koordinierungsstelle unterstützt Frauen dabei, tragfähige Geschäftsideen zu entwickeln, deren Alleinstellungsmerkmale zu identifizieren, Markt und Branche zu erkunden: Wie entwickeln die sich hier in der Region? Welche Wettbewerber gibt es? Wo sind die potenziellen Kunden? Wir klären aber auch gemeinsam mit den Ratsuchenden, ob die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen für eine unternehmerische Selbständigkeit erfüllt sind. Und nicht zuletzt begleiten wir die Gründerinnen auch bei ihren ersten unternehmerischen Schritten nach der formellen Gründung.

Haben Sie da bestimmte besondere Zielgruppen im Visier?

von Blomberg: Wir sind für alle Gründerinnen und deren Ideen offen. Es fällt aber auf, dass vor allem Akademikerinnen zu uns kommen, die zum Beispiel eine beratende Tätigkeit in der Personalentwicklung, als Coach oder in den unternehmensnahen Dienstleistungen wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit anstreben. Einen großen Anteil haben auch ausgebildete Tagesmütter und Pflegefachkräfte, die sich in der Tagespflege von Kindern bzw. Senioren selbständig machen möchten. Darüber hinaus lassen sich auch IT-Gründerinnen, Ingenieurinnen und Architektinnen von uns beraten.

Wie sieht es aus im Weserbergland? Durch welche Branchen ist es geprägt?

von Blomberg: Unsere Wirtschaftsstruktur ist eher dienstleistungsorientiert. Einen großen Anteil haben Gesundheitsleistungen, hinzukommen der Tourismus, aber auch Bankgewerbe und Verwaltung. In diesen Bereichen sind viele Frauen beschäftigt, die nach einer gewissen Zeit den Sprung in die unternehmerische Selbständigkeit wagen.

Was tun Sie, um das Gründungsinteresse in Ihrer Region zu wecken?

von Blomberg: Ich glaube, was sehr gut läuft, ist unsere Netzwerkarbeit. Die Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, der Industrie- und Handelskammer, den Kreishandwerkerschaften und den Gründerzentren der Landkreise, den Wirtschaftsförderern und auch den Verbänden. Wir haben hier viele Unternehmerinnenverbände, die ihre Erfahrungen an andere Selbständige oder Gründerinnen weitergeben.

Welche Rolle spielt die Gründerwoche bei Ihren Aktivitäten?

von Blomberg: Die Gründerwoche bietet uns eine schöne Plattform, zusätzlich auf uns aufmerksam zu machen. In dieser Woche sind alle Akteure hier im Weserbergland gemeinsam zu Gründungsthemen aktiv. Wir überlegen mit allen Partnern, was wir anbieten können und versuchen, Dopplungen zu vermeiden und ein möglichst interessantes Programm auf die Beine zu stellen, so dass für jede und jeden etwas dabei ist. Alle miteinander und alle Themen kompakt in einer Woche.

Und wie kommt die Aktionswoche bei Ihren Gründerinnen und Gründern an?

von Blomberg: Wir haben in den letzten Jahren immer guten Zulauf gehabt. Dabei kamen uns die Werbemaßnahmen über unser großes Netzwerk und das gemeinsame Dach der Gründerwoche zu Gute. Außerdem kommen kostenfreie Veranstaltungen natürlich immer besonders gut an.