Münster gründet!

Zum Netzwerk "Münster gründet!" gehören Institutionen wie die Wirtschaftsförderung Münster GmbH, die Kammern, die Hochschulen oder auch Kreditinstitute. Sie haben sich zusammengeschlossen, um Gründerinnen und Gründer auf dem Weg in die Selbständigkeit zu begleiten. Darüber hinaus bieten die Partnereinrichtungen das ganze Jahr über Veranstaltungen an. Die Gründerwoche Deutschland bzw. Gründungswoche für Existenzgründung und junge Unternehmen in Münster ist dabei ein Höhepunkt.

Interview mit Elisabeth Remmersmann, Wirtschaftsförderung Münster GmbH

©Peter Wattendorff

Frau Remmersmann, welche Schwerpunkte setzt "Münster gründet!" beim Thema Existenzgründung?

Remmersmann: Das Netzwerk möchte die Aufmerksamkeit für Existenzgründung steigern, Gründungsideen anstoßen und -vorhaben fördern. Das gelingt durch das vielfältige Informationsspektrum, die Betreuung und enge Vernetzung der Akteure. Zudem dient unsere Stadt als Impulsgeber für neue, auf den Bedarf von Gründerinnen und Gründern zugeschnittene Angebote.

Wie sieht es aus mit den Gründungsaktivitäten? Bundesweit sind die Zahlen ja zurückgegangen.

Remmersmann: Da liegen wir im Trend, natürlich auch bedingt dadurch, dass der Gründungszuschuss sich verändert hat. Außerdem ist der Arbeitsmarkt so gut wie lange nicht mehr, und wenn die Menschen die Option haben, dann gehen sie in der Regel erst einmal ins Angestelltenverhältnis.

Was die Qualifikation und Branchenorientierung betrifft, haben wir hier, insbesondere aufgrund der Hochschulen, sehr viele Gründungen, die einen akademischen Hintergrund haben. Dazu gehören Unternehmensdienstleistungen, aber darüber hinaus auch die Bereiche Gesundheit, Pflege, IT-Dienstleistungen oder auch Wissensmanagement. Ein weiterer großer Schwerpunkt ist der Kreativbereich: Grafikdesign, Produktdesign, Kommunikationswissenschaften. Hinzu kommen die "klassischen" Gründungen im Handwerk und im Einzelhandel.

Können Sie den bundesweiten Trend bestätigen, dass es eher Gründerinnen und Gründer mit Berufserfahrung sind, die sich derzeit in die Selbständigkeit begeben?

Remmersmann: Ja, sie machen den Großteil aus: Menschen zwischen 35 und 45 Jahren, die noch einmal über das Thema Selbständigkeit nachdenken und eine Idee haben, die sie vielleicht schon immer mal verwirklichen wollten. Dabei profitieren sie von ihrer Berufserfahrung. Bei jüngeren Gründerinnen und Gründern sehe ich den Vorteil, dass sie risikofreudiger sind und vorbehaltsloser an die Sache rangehen. Wie auch immer: Das Alter ist weniger entscheidend. Wichtig ist eine gute Idee und die sorgfältige Planung.

Das Netzwerk "Münster gründet!" beteiligt sich an der Gründerwoche. Warum?

Remmersmann: Für uns ist es wichtig, das Thema Existenzgründung in die Öffentlichkeit zu transportieren, um eine höhere Akzeptanz dafür zu erreichen. Wir möchten für unternehmerisches Denken und Handeln begeistern, Kompetenzen fördern und den Austausch von Ideen, Erfahrungen und Meinungen vorantreiben. Auch das für Gründer und Jungunternehmer so wichtige Networking wollen wir darüber fördern.

Mit welchen Aktionen beteiligen Sie sich an der Gründerwoche?

Remmersmann: Wir bieten über die gesamte Woche Seminare, Workshops und große Veranstaltungen an. Zum Beispiel beteiligt sich die Industrie- und Handelskammer mit Informationsveranstaltungen zur Gründungsfinanzierung, zu Steuern und weiteren Themen. Die Handwerkskammer macht Angebote zu Planungs-, Rechnungs-, Controllingsystemen und so weiter. Außerdem arbeiten wir mit externen Referenten etwa zum Thema "Design Thinking" zusammen. Und nicht zu vergessen ein Netzwerk für junge Unternehmen, das das Thema "Empfehlungsmarketing" aufgreift.

Was trägt die Wirtschaftsförderung zum Gelingen bei?

Remmersmann: Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH koordiniert die Vorbereitung und Durchführung der Aktionswoche im Namen von "münster gründet!" federführend. Neben der Programmgestaltung gehört hierzu auch die Bewerbung der Aktion über verschiedene Kanäle und Medien. Darüber hinaus treten wir selbstverständlich auch als Ausrichter einzelner Veranstaltungen und Referenten in Erscheinung.

Gibt es im Vorfeld koordinierende Treffen der verschiedenen Partner, die während der Gründerwoche eine Veranstaltung anbieten?

Remmersmann: Über das Jahr verteilte Treffen sind die Regel. Vor der Gründerwoche wird die Abstimmung zu den wesentlichen Inhalten intensiver. Denn so ein geballtes Angebot gibt es eben nur einmal alle zwölf Monate.

Welches Highlight bieten Sie dieses Jahr an?

Remmersmann: Die Auftaktveranstaltung und das erstmalige Trendforum ragen aus dem Angebot von fast 40 Veranstaltungen, Workshops und Seminaren heraus. Zum Start der Gründerwoche wird Michael Radau, Vorstandsvorsitzender der SuperBiomarkt AG und zugleich Präsident des Handelsverbands NRW, über seinen erfolgreichen Werdegang vom Gründer zum erfolgreichen Unternehmer sprechen. Das Trendforum widmet sich dem Thema "Crowd-Working" als zukünftige Arbeitsform. Es wird von der Firma Dark Horse aus Berlin vorgestellt. Die Innovationsagentur hat die unternehmerische Zusammenarbeit mit 30 Menschen unterschiedlicher Disziplinen quasi neu erfunden – ohne Hierarchien, feste Arbeitszeiten und mit einer hohen Fehlertoleranz. Das Trendforum will zum Austausch anregen – ebenso wie die Auftaktveranstaltung der Gründungswoche.

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