Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover finanziert Gründungsvorhaben aus allen Branchen. Darüber hinaus kooperiert sie eng mit anderen Gründungsakteuren vor Ort - auch während der Gründerwoche. Als Partner der bundesweiten Aktionswoche zeigt sie, dass sie Gründerinnen und Gründern für Beratungsgespräche zur Verfügung steht. 

Interview mit Michael Balzereit, Abt. Gründungs- und Spezialfinanzierungen der Sparkasse Hannover

©Sparkasse Hannover

Herr Balzereit, um welche Gründungen kümmert sich die Sparkasse Hannover generell?

Balzereit: Wir schauen uns grundsätzlich alle möglichen Gründungsvorhaben an. Mögliche – wohlgemerkt. Das können traditionelle Branchen sein, es können aber auch innovative Branchen sein. Wenn wir uns mal unser Branchenspektrum ansehen – wir werten das jährlich aus: Es ist wirklich von jedem etwas dabei. Wobei der Anteil der innovativen Gründungen schon etwas größer sein könnte.

Wie sieht es mit der Gründungsförderung in Hannover insgesamt aus?

Balzereit: Die Sparkasse Hannover arbeitet eng mit Partnern hier vor Ort zusammen. Das ist zum einen die Wirtschaftsfördergesellschaft hannoverimpuls mit ihrem Bereich Gründung und Entrepreneurship. Zum anderen sind das natürlich die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer. Es gibt auch besondere Beratungs- und Hilfeangebote, mit denen wir sehr, sehr gut kooperieren. Sie richten sich speziell an Gründerinnen oder auch an Gründerinnen und Gründer mit Migrationsgrund. Man kann wirklich sagen, dass wir hier in Hannover ein sehr gutes Existenzgründernetzwerk haben. Wer für seine Gründung beratende Hilfe benötigt, findet sie hier auch.

Hannover ist vor allem durch kleinere Betriebe geprägt. Das spiegelt sich auch bei den Gründungen wider, oder?

Balzereit: Ja, viele Gründungsmodelle fangen auf kleiner Flamme an. Der Finanzierungsbedarf kommt dann meistens später. Aber es gibt auch einige innovative Start-ups, die von vorneherein einen etwas höheren Kapitalbedarf haben, um eine längere Anlaufphase und Anlaufverluste zu überstehen. Es gibt hier im Wirtschaftsraum Hannover für diese Zwecke zwar kleinere Fonds, die Beteiligungskapital zur Verfügung stellen, aber es ist noch "Luft nach oben".

Sie erwähnten die besonderen Angebote für Gründerinnen sowie für Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund.

Balzereit: Ja. Frauen können auf Wunsch die Beratung durch Gründerinnen-Consult in Anspruch nehmen. Dort gibt es auch ein kleines Gründungscenter, in dem Veranstaltungen nur für Gründerinnen stattfinden. Und bei hannoverimpuls gibt es Mitarbeiter, die speziell für die Beratung von Gründerinnen und Gründern mit ausländischen Wurzeln zuständig sind. Dazu kommen weitere Netzwerkpartner, die Migrationsgründungen begleiten. Meistens sind das Unternehmensberatungen.

Wie sieht es aus mit Gründungen aus Hochschulen?

Balzereit: Die gibt es. Allerdings wird das vorhandene Gründungspotenzial nach meiner Ansicht nicht ausgeschöpft. Hannoverimpuls und die Leibniz-Universität Hannover haben die mit gemeinsamen Mitarbeitern ausgestattete Gründungsinitiative "starting business" begonnen. Wir hoffen, dass hierdurch deutlich mehr Hochschulausgründungen mobilisiert werden.

Sie sind seit von Anfang an Partner der Gründerwoche. Mit welcher Veranstaltung beteiligen Sie sich an der Aktionswoche?

Balzereit: Wir bieten grundsätzlich so genannte Kurzcheck-Gespräche an. Während der Gründerwoche heben wir dieses Angebot ganz besonders hervor. Bei diesen Kurzcheck-Gesprächen können Gründerinnen und Gründer unverbindlich mit uns in Kontakt treten und ihr Vorhaben kurz und knapp vorstellen. Im Ergebnis erhalten sie von uns dann eine erste Einschätzung: Wo sehen wir den einen oder anderen Schwachpunkt? Was würde ein Kapitalgeber an weiteren Informationen erwarten? Unter welchen Voraussetzungen würden wir das Vorhaben finanziell begleiten?

Mit diesen Gesprächen wollen wir die Hemmschwelle senken und den Gründerinnen und Gründern die Angst vor einem "offiziellen" Bankgespräch nehmen. Hintergrund ist, dass wir bei Kreditverhandlungen immer wieder eine sehr hohe Nervosität und Unsicherheit bei unseren Gesprächspartnern spüren. Nach dem Motto: Wenn das Kreditinstitut Nein sagt, geht nichts mehr. Diese Ängste wollen wir den Gründern nehmen. Deswegen sagen wir: "Kommt doch einfach einmal unverbindlich zu uns. Wir drücken nach dem Gespräch auch sofort wieder den 'Reset-Knopf'." Nach der weiteren Schärfung seines Geschäftsmodells kann der Gründer gern wieder zu uns kommen und wir steigen neu ins Finanzierungsgespräch ein.

Warum beteiligt sich die Sparkasse Hannover überhaupt an der Gründerwoche?

Balzereit: Weil wir sagen: Alles, was der Mobilisierung und Motivation von Menschen dient, die mit dem Gedanken spielen, sich selbständig zu machen, ist wichtig. Und wenn es ein bundesweites Highlight wie die Gründerwoche Deutschland gibt, dann wollen wir auch dabei sein. Wir wollen bei dieser Gelegenheit zeigen, dass sich auch die Sparkasse Hannover für Gründerinnen und Gründer engagiert. Es ist eine Frage der Wahrnehmung.

Stand: 2017

Partnerprofil: